Von der Vision zum Projekt

Das Projekt «Stöcklimatt» baut auf einer klaren Vision: Die Lebensqualität betagter Menschen steigt, wenn sich Alt und Jung, Familien und Einzelpersonen gegenseitig helfen. Das Mehrgenerationenquartier «Stöcklimatt» soll das möglich machen. Seniorinnen und Senioren können über eine längere Zeit ein unabhängiges Leben führen. Falls Pflege notwendig wird, steht die benachbarte «Chrüzmatt» zur Verfügung. Die Umsetzung der Vision erfolgt über drei Teilprojekte. Damit werden vor allem auch Kosten im Pflegebereich gespart.

Die Ausgangslage

Die Bevölkerung wächst - und wird immer älter. Das stellt den Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal vor grosse Herausforderungen, die er auch gezielt lösen will.

Die Vision

Der Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal hat für die «Stöcklimatt» eine klare Vision entwickelt. Er will die Lebensqualität betagter Personen erhöhen. Ein Mehrgenerationenquartier wird zur Stätte des Gemeinsinns. Alt und Jung unterstützen sich gegenseitig. Damit soll erreicht werden, dass ältere Menschen länger in ihren eigenen vier Wänden leben können. Dadurch werden auch Kosten eingespart, was die Gemeinden merklich entlastet.

Die Umsetzung

Das Gesamtprojekt «Stöcklimatt» unterteilt sich in drei Teilprojekte.

Teilprojekt I entwickelt das Bauprojekt «Wo Generationen gemeinsam leben». Alt und Jung finden sich in einer übersichtlich gestalteten Anlage mit vielfältigen Gebäuden und besten Infrastrukturen. Insgesamt sind rund 80-100 Wohnungen in zwei Bauetappen vorgesehen. Zum Raumprogramm gehören u.a. auch Kindertagesstätten sowie Aktivitäts- und Gesellschaftsräume. Falls Pflege notwendig wird, findet diese als Spitex oder in der benachbarten «Chrüzmatt» statt. Für das Gesamtprojekt wurde 2018 eine Machbarkeitsstudie erstellt. In der Folge fand von Juli bis Ende November 2019 ein zweistufiger Architekturwettbewerb statt. Mittlerweile wurde das Siegerprojekt erkoren.

Die GOA Architektur GmbH, Zürich, ist mit ihrem Projekt «ELVIS» als Siegerin aus dem Architekturwettbewerb für das Bauprojekt «Stöcklimatt – Wo Generationen gemeinsam leben» hervorgegangen. Preisträgerin bei der Landschaftsarchitektur ist das Büro Schläpfer Carstensen Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich. Insgesamt haben sich 54 Teams beworben, 10 wurden in einem Präqualifikationsverfahren bewertet. Die Bewertung erfolgte durch ein Preisgericht, welches sich aus Sachpreisrichtern und Fachpreisrichtern zusammensetzte. 

Hier sehen Sie den Bericht des Preisgerichts (klicken).

Bericht Seetaler Bote

Bericht Luzerner Zeitung

Teilprojekt II ist das Konzept «Sozialraumentwicklung und Koordinationsstelle». Es wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit entwickelt. Das Konzept umfasst sieben Handlungsschwerpunkte und fünfzehn konkrete, operative Empfehlungen. Perimeter dienen dabei als Orientierungshilfe für die Umsetzung. Kern ist, die bestehenden altersrelevanten Ressourcen und Angebote im Verbandsgebiet einzubeziehen und mit konkreten Leistungen in der Stöcklimatt zu verbinden. Bei der Konzeptentwicklung wurden auch Meinungen von Anspruchsgruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über einen «Echoraum» sowie über Interviews und Befragungen eingeholt. Grundlage waren auch die Ergebnisse aus der soziokulturellen Analyse der Hochschule Luzern HSLU, Soziale Arbeit. Die Vorschläge unterstützen die Überlegungen des Gemeindeverbandes Chrüzmatt Hitzkirchertal, die zukünftige Alterspolitik kostengünstiger zu gestalten und damit auch einen Zusatznutzen für das gesamte Verbandsgebiet zu generieren.

Teilprojekt III wiederum definiert die zukünftigen Angebote und Dienstleistungen, welche durch die angrenzende Chrüzmatt erbracht werden. Vorgeschlagen werden u.a. Angebote und Dienstleistungen wie Hauswartdienst, Sozialberatung, Demenzberatung, ein unmittelbar vermittlendes Notrufsystem sowie Inhouse-Spitex, Fahr-oder Begleitdienste, Mahlzeitendienst oder ein Wäsche-/Flick-Service.

Finanzierung

Das Investitionsvolumen für die erste Etappe beträgt inklusive Landkauf 25 Millionen Franken (Kostendach). Die gesamte Investition, Landkauf eingeschlossen, beläuft sich auf 45 Millionen Franken (Kostendach). Die Finanzierung der ersten Etappe (25 Millionen Franken) erfolgt über eine Bürgschaft. Darüber wird anlässlich einer Gemeindeversammlung/Volksabstimmung in den Verbandsgemeinden im März 2021 entschieden.

Und so geht es weiter

Vorerst ist nochmals zu betonen, dass aufgrund der derzeitigen Gefahrenlage betreffend Corona Virus die geplante Ausstellung zum Architekturwettbewerb verschoben werden musste. Die Ausstellung wäre auch mit zwei Vorträgen zur Sozialraumstudie verbunden gewesen. Das neue Datum wird bekanntgegeben, sobald sich die Lage bezüglich Corona Virus geklärt hat. Unabhängig davon sind in den nächsten eineinhalb Jahren folgende Schritte geplant:

Bis Ende 2020 erfolgt die Gestaltungsplanentwicklung und -bewilligung.  Die Finanzierung der ersten Etappe von 25 Millionen Franken (Kostendach) soll mit Bürgschaften der fünf Verbandsgemeinden abgesichert werden. Die dazu notwendigen Abstimmungen finden im März 2021 statt. Im Anschluss werden das Vorprojekt und die Baubewilligungsunterlagen erarbeitet. Im Idealfall wird mit den Bauarbeiten für die erste Etappe im Jahre 2022 begonnen.