Wo Generationen gemeinsam leben.

Die Prognosen der Statistiker sind unmissverständlich: Die Bevölkerung wächst und wächst. Und wir alle werden immer älter. Das bereitet dem Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal Sorgen. Gegenwärtig bietet das Pflegeheim Chrüzmatt in seinen drei Gebäuden 97 stationäre Pflegeplätze und 16 Alterswohnungen an. Es braucht aber in Zukunft mehr, viel mehr! Bis 2030 müssen zusätzlich 54 Pflegeplätze geschaffen werden, bis 2040 sogar deren 147.

Grafik-Heimbewohner-HKTAL

LUSTAT, Gebietsstand 2016


Das hat für die fünf Verbandsgemeinden Konsequenzen in Millionenhöhe: Bauliche Erweiterungen, Neubauten, zusätzliches Personal und Mehrkosten für die Pflege sind das Resultat. Ganz abgesehen von der schwierigen Suche qualifizierter Pflegekräfte, die heute schon fehlen.

Wie lässt sich das lösen?

Indem wir kreativ sind und offen für Neues. Der Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal hat deshalb beschlossen, die «Chrüzmatt» nicht auszubauen. Vielmehr wird ein neuer Weg eingeschlagen: Mit dem Projekt «Stöcklimatt» entsteht ein Wohnquartier, das die Generationen vereint. Alt und Jung finden sich in einer übersichtlich gebauten Anlage mit vielfältigen Gebäuden und Infrastrukturen. Es ist ein Mehrgenerationenquartier, wo ältere Menschen individuell wohnen und leben. Falls sie Hilfe brauchen, ist alles über die «Chrüzmatt», die gleich daneben liegt, abgedeckt. Auch Spitex-Dienste stehen zur Verfügung. Die Aufteilung in der neuen «Stöcklimatt» sieht so aus: 70 Prozent Alterswohnen, 20 Prozent Familienwohnen und 10 Prozent Wohnen für Alleinstehende.

Unsere betagten Mitbürgerinnen und Mitbürger können so länger in den eigenen vier Wänden bleiben. Das ist gesünder und verbessert die Lebensqualität. Denn eine gesunde Lebensweise, verbunden mit einer intakten sozialen Umgebung, wirkt sich positiv auf den Pflege  und Betreuungsbedarf aus.

Dadurch werden Pflegebetten für  zukünftige Generationen frei. Deren Zahlen steigen nämlich stark an, wie es uns die demografische Entwicklung eindrücklich zeigt.

Die "Stöcklimatt" erfüllt zwei wichtige Kriterien für die Zukunft. Erstens entspricht das Modell dem Bedürfnis unserer Gesellschaft nach einem langen Leben in den eigenen vier Wänden. Zweitens werden massiv Pflegekosten gespart, was den Verbandsgemeinden und damit den Steuerzahlenden zugute kommt.

In der «Stöcklimatt» wird gute Nachbarschaft gelebt. Ältere Bewohnerinnen und Bewohner helfen beispielsweise jungen Familien bei der Kinderbetreuung. Im Gegenzug können die Seniorinnen und Senioren auf die Hilfe der Jüngeren zählen. Beispielsweise beim Einkaufen, Kochen oder einfach dann, wenn es nötig ist. Auch stehen Kinderkrippen und Begegnungsräume zur Verfügung.